Ost-Hokkaidō: Epische Outdoor-Abenteuer im Norden Japans zu jeder Jahreszeit

Hokkaidō, die nördlichste Hauptinsel Japans, ist ein Ort mit atemberaubenden Ausblicken und vielfältigen Lebensräumen für die Beobachtung von Wildtieren. Die östliche Hälfte der Insel, im Norden vom Ochotskischen Meer und im Osten vom Pazifik begrenzt, beherbergt das Weltnaturerbe Shiretoko sowie drei Nationalparks. Diese Schutzgebiete bieten die Möglichkeit, seltene Flora und Fauna in landschaftlich außergewöhnlicher Umgebung zu erleben und dabei das ganze Jahr über eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten zu genießen. Folgen Sie in wilden Wäldern den Pfaden der Braunbären, lauschen Sie dem Ruf des weltweit bedrohten Riesenfischuhus oder halten Sie Ausschau nach dem Riesenseeadler, der hoch oben in der Thermik kreist. Paddeln Sie auf Japans größtem Kratersee, besteigen Sie einen aktiven Vulkan, beobachten Sie den Lachsaufstieg oder treiben Sie sogar wie eine Robbe auf Eisschollen. Nehmen Sie eine neue Fähigkeit oder Erkenntnis mit nach Hause, die Sie von einem Mitglied der indigenen Gemeinschaft gelernt haben – all dies und noch vieles mehr ist möglich.

Hier konzentrieren wir uns auf drei Gebiete im östlichen Hokkaidō, an denen Sie Ihre Reiseplanung ausrichten können: die Shiretoko-Halbinsel im Nordosten, Mashū-Kussharo südwestlich davon und Akan im Zentrum der Region. Auch wenn die Winter in diesem Teil Japans lang und die Sommer kurz sind, bietet dies umso mehr Gelegenheit für vielfältige Outdoor-Aktivitäten das ganze Jahr über. Drei regionale Flughäfen bieten Direktflüge aus den Regionen Tokio und Sapporo nach Ost-Hokkaidō an und ermöglichen so eine unkomplizierte Anreise in dieses wilde Naturparadies. Engagieren Sie einen der zahlreichen ortskundigen Naturführer der Region, um die Organisation vor Ort zu erleichtern und Ihr Erlebnis all dessen zu vertiefen, was diese Region zu bieten hat.

Drei Gebiete, eine Fülle an Erlebnissen

Shiretoko

Auf Shiretoko, der Halbinsel am nordöstlichen Ende Hokkaidōs, erwartet Sie ein wahres Mosaik natürlicher Landschaftsformen. Dieser lange, schmale Korridor ist 70 km lang und 25 km breit, und nahezu die Hälfte davon ist Nationalpark. Entlang seines Rückgrats erhebt sich steil eine vulkanische Gebirgskette, dominiert vom 1.661 Meter hohen Berg Rausu. Das Land ist bedeckt von Wäldern aus Mizunara-Eichen, duftenden Ezo-Fichten und Sachalin-Tannen sowie, in höheren Lagen, Birken und Zwergkiefern. Von Mitte Juli bis August blühen Wildkirschen und verleihen den Felsvorsprüngen zarte Farbtupfer. Erleben Sie die natürliche Schönheit von Shiretoko sowohl vom Wasser aus bei einer Bootsfahrt als auch auf Waldwanderungen und beim Erklimmen von Wasserfällen.

Dank des Zusammenwirkens von Temperatur, Salzgehalt und topografischen Bedingungen ist die dem Ochotskischen Meer zugewandte Westküste von Shiretoko der südlichste Bereich der nördlichen Hemisphäre, an dem sich saisonales Treibeis bildet. Das nährstoffreiche Wasser, das mit diesen Eisschollen herangetragen wird, bildet die Grundlage für eine vielfältige Meeresumwelt, die wiederum Nahrungsquellen für Landtiere wie den Braunbären sowie den weltweit bedrohten Riesenseeadler und den gefährdeten Riesenfischuhu – die jeweils größten Vertreter ihrer Art in Japan – bietet. Die Gesundheit des Ozeans ist die Gesundheit des Waldes und umgekehrt: Auch vom Land gelangen Nährstoffe und Sedimente ins Meer. Sie prägen das marine Ökosystem, indem sie die Wasserqualität regulieren, Nahrung für Phytoplankton liefern und Erosion eindämmen. Flüsse und Mündungsgebiete bilden die Brücke für diese intrinsische Wechselbeziehung.

In der Saison von April bis September können Sie Ihren Tag mit der Suche nach Walen oder Braunbären beginnen und dann den Nachmittag damit verbringen, durch die Wälder zu wandern oder die atemberaubenden Ausblicke auf die Landschaft um die fünf Shiretoko-Seen zu genießen. Halten Sie Ihr Fernglas bereit, um Hokkaidō-Sikahirsche, Ezo-Rotfüchse, Ezo-Eichhörnchen sowie verschiedene Singvögel und andere gefiederte Bewohner zu beobachten. Nächtliche Touren durch die Wälder von Shiretoko verleihen den Tierbegegnungen, die Sie dort erwarten, eine zusätzliche, faszinierende Dimension.

Die fünf Shiretoko-Seen

 

Zwischen Juli und September sollten Sie sich Wasserschuhe anziehen und die Kamuiwakka-Warmwasserfälle nördlich der fünf Shiretoko-Seen erklimmen. Die Wassertemperatur liegt anfangs bei kühlen 25 °C und steigt dann bis zum Ziel allmählich auf etwa Körpertemperatur an. In der Wintersaison von Dezember bis März können Sie mit Schneeschuhen zum Furepe-Wasserfall wandern und unterwegs Tierspuren identifizieren. Im Februar und März haben Sie die Möglichkeit, auf den berühmten Eisschollen Hokkaidōs, die ihren Ursprung so weit entfernt wie der Mündung des Amur in Nordostasien haben, spazieren zu gehen, zwischen ihnen zu schwimmen oder sich einfach treiben zu lassen. Schlüpfen Sie in einen Trockenanzug, der Sie auch bei Minusgraden warm und trocken hält, und tauchen Sie ein in ein Winterwunderland, das nur wenige erleben. Zu den großen und kleinen Wildtieren, die Sie hier beobachten können, gehören etwa Seeadler, Robben und Ruderschnecken – auf Englisch „Meeresengel“ genannte schalenlose Mollusken. Ganz gleich, zu welcher Jahreszeit und ob Sie sich für eine Vormittags-, Nachmittags- oder Ganztagestour entscheiden: Zertifizierte Guides bereichern Ihren Ausflug mit ihrem fundierten Wissen über die Pflanzen, Tiere und lokalen Überlieferungen der Region.

Mashū-Kussharo​​     ​ 

Die Region Mashū-Kussharo beherbergt den Mashū-See, der von bis zu 200 Meter hohen Felswänden umschlossen ist und für seine außergewöhnliche Klarheit bekannt ist, sowie den Kussharo-See, den nach dem Tobasee in Indonesien zweitgrößten Kratersee der Welt. Das heutige Terrain wurde, wie auch die Landschaft des westlich gelegenen Akan, durch Vulkanausbrüche vor 150.000 bis 200.000 Jahren geformt.

Im Kussharo-See und dem unberührten Fluss Kushiro, der ihm entspringt, können Sie schwimmen, darauf Kanu oder Kajak fahren, stehpaddeln und angeln. In den wärmeren Monaten können Sie mit etwas Glück ein als „Unkai“ bekanntes Naturschauspiel erleben – ein „Wolkenmeer“. Dieses magische Wetterphänomen am frühen Morgen füllt das Seebecken mit einem wirbelnden weißen Spektakel aus Nebel und Dunst. Im Herbst erwartet Reisende ein Farbenmeer aus Orange- und Gelbtönen, das Mitte Oktober seinen Höhepunkt erreicht. Anfang November, wenn die Laubbäume kahl sind, färben die goldenen Nadeln der Lärchen die Hügel. Dies ist zudem eine hervorragende Zeit zur Vogelbeobachtung. Obwohl der Winter streng ist, birgt auch diese Zeit eine malerische – sogar poetische – Schönheit. Die dunklen Äste der Bäume glitzern von Eiskristallen, sogenannter Diamantstaub funkelt in der Luft, und auf den Seen blühen Eisblumen. Kanutouren auf dem Kushiro werden das ganze Jahr über angeboten; eine winterliche Fahrt auf dem Oberlauf des Flusses mit der verschneiten Landschaft und den von Raureif überzogenen Bäumen rundherum ist ein unvergessliches Erlebnis. Lassen Sie dann den Tag mit einer Nachtwanderung unter dem weiten Sternenhimmel ausklingen.

Ob man ihn nun „Nackter Berg“ nennt wie die Ainu oder „Schwefelberg“ wie die Japaner – das felsige Terrain des aktiven Vulkans Atosa-Nupuri (Berg Iō) birgt gewaltige Kräfte. Unternehmen Sie eine dreistündige Wanderung, um Fumarolen mit aufsteigenden Dampfwolken, Lavadome, die Überreste einer Mine sowie den gewaltigen Kumaotoshi-Krater („Bärenfalle“) zu sehen, der vermutlich durch eine Explosion vor vier Jahrhunderten entstanden ist. Unterwegs erfahren Sie mehr über die Entstehung der Kussharo-Caldera und die Geschichte des Schwefelabbaus hier. Die Entwicklung dieser Trekkingroute brachte der Stadt Teshikaga die Auszeichnung „Green Destination“ für vorbildliche Praktiken im nachhaltigen Tourismus ein; Ihr Besuch trägt somit zum Umweltschutz auf dem Berg bei.

Trekkingtour auf den Atosa-Nupuri

 

Akan 

Die Route vom Mashū-Kussharo-Gebiet nach Akan und zu seinem gleichnamigen Kratersee bietet Aussichtspunkte mit herrlichem Blick auf die Gipfel, Seen und Waldlandschaften von Ost-Hokkaidō. Der Thermalbadeort am Südufer des Akan-Sees ist die einzige Siedlung an diesem Gewässer – ringsum erstreckt sich Wildnis. Dies macht den Ort zu einem hervorragenden Ausgangspunkt für Aktivitäten: Kanufahren, Radfahren, Wandern und Trekking lassen sich hier mit Unterstützung zertifizierter Guides genießen. Der Akan-See liegt zwischen den Bergen Meakan (1.499 m) und Oakan (1.370 m), die gemäß lokalen Überlieferungen als weibliches und männliches Gegenstück zueinander gelten. Meakan, der aktivere der beiden Vulkane, ist der höchste Gipfel im Akan-Mashū-Nationalpark.

Sachalin-Tannen und -Fichten sowie Ezo-Fichten prägen die Wälder von Akan, und im Unterholz wachsen Rhododendren. Hier sind Braunbären, Ezo-Rotfüchse, Hokkaidō-Sikahirsche, Ezo-Eichhörnchen und zahlreiche Vogelarten heimisch, während der See für seine „Marimo“ bekannt ist – seltene kugelförmige Algen, die unter den richtigen Bedingungen einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen können. Unternehmen Sie eine Bootsfahrt zum Beobachtungszentrum am nördlichen Ende des Sees, um mehr über die laufenden Naturschutzbemühungen zu erfahren.

Akan ist Heimat einer lebendigen Ainu-Gemeinschaft und bietet zahlreiche Möglichkeiten, indigene Kunstformen in traditionellen wie zeitgenössischen Ausprägungen kennenzulernen. Versuchen Sie sich in einem der Stick- oder Holzschnitzkurse, die von Ainu-Einwohnern geleitet werden, oder unternehmen Sie mit einem Ainu-Guide einen gemütlichen Spaziergang durch die Wälder. Es gibt Dutzende von Geschäften und Galerien sowie ein Theater für Ainu-Tanz und -Performancekunst. Halten Sie bei Ihrer Erkundung des Ortes, seines Sees und der umliegenden Wälder Ausschau nach Koropokkur, den Wesen der lokalen Folklore, die mit Feen oder Kobolden vergleichbar sind.

Ainu-Dorf Akanko Ainu Kotan

 

Die unberührte Schönheit des Gebiets um den Akan-See ist unter anderem den Naturschutzbemühungen der in Akan ansässigen Maeda-Ippoen-Stiftung und ihren kontinuierlichen forstwirtschaftlichen Maßnahmen zu verdanken. Mit einem Guide können Sie durch den von der Stiftung bewirtschafteten Wald Hikari no Mori wandern und dort einen mehrere Jahrhunderte alten Judasbaum mit einem Stammumfang von mehr als sechs Metern sowie brodelnde Schlammtöpfe und – in den wärmeren Monaten – zahlreiche blühende Pflanzen sehen. Lauschen Sie auch dem Ruf des Schwarzspechts, eines ganzjährigen Einwohners, dessen roter Scheitel ihn leicht erkennbar macht.

 

Full-Service-Resorts, private Villen und Landgasthöfe

In Shiretoko bietet das Kitakobushi Shiretoko Hotel & Resort am Tor zum Weltnaturerbegebiet allen gewohnten Komfort eines erholsamen Resort-Aufenthalts. Genießen Sie mit Blick auf das Ochotskische Meer köstliche Meeresfrüchtegerichte und wählen Sie zwischen Zimmern im japanischen oder westlichen Stil, einige davon mit eigenem Thermalbad. Die großzügigen Bäder in der Penthouse-Etage bieten Meerblick. Das Treibeis jenseits des Saunafensters zu beobachten, ist ein winterlicher Luxus, den Sie so schnell nicht vergessen werden. PRIVATE COTTAGE Lantern SHIRETOKO ist ein vollständig ausgestattetes, für bis zu 16 Personen ausgelegtes Ferienhaus mit vier Schlafzimmern und Meerblick. Versorgen Sie sich wie die Einheimischen selbst mit Lebensmitteln und fühlen Sie sich ganz wie zu Hause, komplett mit Weinkeller und holzbefeuerter Sauna.

Kitakobushi Shiretoko Hotel & Resort

 

In der Region Mashū-Kussharo findet sich eine Reihe von individuell geprägten, gehobenen Unterkünften. WAKKANUPURI, benannt nach den Ainu-Wörtern Wakka (Wasser) und Nupuri (Berg), bietet drei private Villen am nordöstlichen Ufer des Kussharo-Sees. Entspannen Sie sich im Thermalbad, paddeln Sie mit dem Kanu über den See oder lassen Sie vor einem knisternden Kaminfeuer die Seele baumeln. Zum Frühstück und Abendessen gibt es unter anderem lokal gefangene Süßwasserfische, Meeresfrüchte und Wagyū – japanisches Rindfleisch. TAPKOP – was in der Sprache der Ainu „Hügel“ bedeutet – ist eine private Villa auf einem weitläufigen, drei Hektar großen Anwesen nahe dem Quellgebiet des Kushiro. Jedes Zimmer verfügt über eine eigene Sauna, während das Hauptbad mit Blick in den Wald einen ruhigen Rückzugsort bietet. Im hauseigenen Restaurant können Gäste exquisite mehrgängige Abendmenüs genießen, die aus den besten saisonalen Zutaten Hokkaidōs zubereitet werden. Lake Kussharo Tsuruga Auberge SoRa, benannt nach dem tiefblauen Sommerhimmel, ist eine lichtdurchflutete Auberge am Südufer des Kussharo-Sees. Der Gasthof legt besonderen Wert auf seinen „Slow Food, Slow Life“-Ansatz bei mehrgängigen Mittags- und Abendmenüs.

WAKKANUPURI

 

Tsuruga Resorts bietet verschiedene Unterkünfte im Thermalbadeort am Akan-See an; besonders hervorzuheben ist das im Boutique-Stil gehaltene Akan Tsuruga Bessou HINANOZA. Jede der 25 Suiten verfügt über ein Bad im Freien, und die meisten bieten einen uneingeschränkten Blick auf den See. Mit dem Spa-Service auf dem Zimmer genießen Sie luxuriöse Gesichts- und Ganzkörperbehandlungen direkt in Ihrer Suite. Entspannen Sie sich in der stilvollen Bar oder im Listening Room bei einem Glas Wein oder japanischem Sake, und lassen Sie sich die Galerie von Tsuruga mit Werken lokaler Künstler nicht entgehen.

Akan Tsuruga Bessou HINANOZA

 

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